Der Schreiber-Hase
Chronist der Unterwelt
Auf alten Maya-Keramiken zwischen Göttern, Killer-Fledermäusen und Herrschern der Unterwelt ist ganz am Rande der Geschehnisse oft ein kleiner Hase abgebildet. Auf den ersten Blick wirkt er etwas fehl am Platze, wie er mit seinem Schreibwerkzeug in der Pfote vor einem Buch sitzt, als würde er etwas darin eintragen, während die Gestalten um ihn herum die Zähne fletschen oder sich gar gegenseitig verschlingen. Doch der kleine Hase, der in mesoamerikanischen Kulturen eng mit dem Mond und den Unterwelt‑Erzählungen verknüpft war, fungierte als Schreiber der Herren von Xibalba. Für die Maya kam die Schrift direkt von den Göttern und war für sie Ausdruck der kosmischen Ordnung, die es festzuhalten galt. So wurde der kleine Hase, der die Vorgänge in Welt und Unterwelt genauestens beobachtete, zum mythischen Träger und Hüter von Wissen, das er in Schrift und Bildern protokollierte.
Das Logo von Rabbit Recording Books ist dem Motiv der sogenannten "Princeton-Vase" entlehnt, die vermutlich in den 60-er oder 70-er Jahren Guatemala gefunden wurde und derzeit im Princeton University Art Museum ausgestellt ist. Sie wird zwischen 600-900 n. Chr. datiert.
Wer wie wir Hasen mag und mit seinen Büchern versucht, das Geschehen der Welt abzubilden, für den ist der kleine Schreiber-Hase der Maya ein durchaus würdiges Symbol.